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WPC Zaun vs. Holzzaun: Der große Material- und Haltbarkeitsvergleich

Wer einen natürlichen Sichtschutzzaun plant und keine Lust auf klassische Metallzäune hat, wird früher oder später die Materialien Holz und WPC vergleichen. Dabei spielen Haltbarkeit, Kosten, Montageaufwand und weitere Faktoren in die finale Entscheidung ein. In diesem Ratgeber stellen wir ihnen die wichtigsten Aspekte vor.

Das Material im Detail: Was steckt drin?

Um die Unterschiede in der Performance zu verstehen, betrachten wir zunächst die Zusammensetzung der Materialien.

WPC (Wood-Plastic-Composite)

WPC ist ein moderner Verbundwerkstoff. Er besteht typischerweise aus einer Mischung von 50 bis 70 Prozent Holzfasern (oft aus Sägewerksabfällen) und Kunststoff (meist Polyethylen oder Polypropylen). Bindemittel und Farbpigmente sorgen für Stabilität und die gewünschte Farbe. Diese Zusammensetzung macht WPC zu einem wasserabweisenden und dimensionsstabilen Material, das die positiven Eigenschaften von Holz (Optik) und Kunststoff (Widerstandsfähigkeit) vereint.

Holz

Holz ist ein reiner Naturstoff, dessen Eigenschaften stark von der gewählten Art abhängen.

  • Weichhölzer (z.B. Fichte, Kiefer): Günstig in der Anschaffung, aber ohne intensiven Schutz sehr anfällig für Witterung und Schädlinge.

  • Harthölzer (z.B. Eiche, Lärche, Bangkirai): Deutlich langlebiger und widerstandsfähiger, aber auch teurer.

Obwohl Holz mit Druck imprägniert werden kann, bleibt es ein „lebendiges“ Material, das arbeitet, Risse bilden kann und auf Feuchtigkeit reagiert.

Der Vergleich: 5 Schlüsselkriterien im Check

Hier sehen Sie, wie die beiden Zaunmaterialien in den wichtigsten Kategorien abschneiden. Grundlegend ist dabei zu beachten, dass beide Zaunarten von uns eine klare Empfehlung bekommen.

Haltbarkeit und Langlebigkeit

Die Haltbarkeit ist ein klarer Punkt für WPC. WPC-Zäune sind resistent gegen Schimmel, Fäulnis, Insektenbefall und verrotten nicht. Bei guter Qualität erreichen sie eine Lebensdauer von 20 bis 30 Jahren mit minimalem Aufwand.

Die Lebensdauer von Holzzäunen ist unvorhersehbarer und hängt direkt von der Pflege ab. Ein unbehandelter Weichholzzaun hält oft nur 5 bis 10 Jahre, während ein gut gepflegter Hartholzzaun durchaus 15 bis 25 Jahre halten kann. Die Notwendigkeit der ständigen Wartung ist hier der limitierende Faktor.

Ein weiterer unterschätzter Faktor sind Umweltfaktoren wie spielende Kinder, Windböen, Frost und unvorsichtige Passanten. Ein Holzzaun kann besonders bei Weichholz schnell Mängel aufweisen, die eine Reperatur erfordern.

Pflegeaufwand und Wartung (Der entscheidende Unterschied!)

Dies ist der größte Unterschied und oft der Hauptgrund für die Wahl von WPC.

WPC: Erfordert keine regelmäßigen Anstriche, Lasuren oder Öle. Gelegentliches Abwischen mit Wasser und Seifenlauge genügt. Sie sparen sich Hunderte von Arbeitsstunden über die Jahre.

Holz: Um die Schönheit und Funktionalität zu erhalten, muss der Zaun regelmäßig (oft 1-3 Mal pro Jahr) gereinigt und neu mit Holzschutzmitteln (Öl, Lasur oder Farbe) behandelt werden. Ohne diesen Schutz setzt die Vergrauung und Verwitterung schnell ein.

Kosten: Anschaffung vs. Gesamtkosten

In der reinen Anschaffung sind WPC-Zäune teurer als die meisten Holzzäune (ausgenommen sehr hochwertige Exotenhölzer).

Holzzäune schaffen laufende Kosten für die jährliche Lasur, die jedoch natürlich über viele Jahre verteilt werden können und so nicht ganz so schwer im Geldbeutel sind. Rechnen sie hier mit etwa 15 Euro pro Jahr für die Lasur. Bei größeren Zäunen steigt es linear an.

Unseren Ratgeber zu der Anschaffung von WPC-Zäunen finden sie hier.

Formstabilität und Temperatur

WPC ist extrem formstabil, quillt kaum und nimmt nur wenig Wasser auf. Holz hingegen ist ein hygroskopisches Material, das sich ausdehnt, wenn es nass wird, und schwindet, wenn es trocken ist. Im Laufe der Jahre werden durch diese verschieden starken Ausdehnungen Spannungen entstehen, die das Material reißen lassen. 

Ein weiterer Fehler der passieren kann ist, dass das Holz zu eng gesetzt wird. Das Material dehnt sich im Sommer zwischen den Pfosten aus und biegt sich.

Entsorgung und Umweltbilanz

Die Entsorgung eines Zauns wird erst nach vielen Jahren relevant, sollte aber bei der Materialwahl berücksichtigt werden. Hier zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen dem Naturstoff und dem Verbundmaterial.

Holzzäune

Unbehandeltes Holz, wie es oft für Zäune verwendet wird, ist ein reiner Naturstoff und kann relativ unproblematisch entsorgt oder recycelt werden. Es handelt sich um Grünschnitt oder Altholz der Kategorie A I (unbehandelt) bzw. A II (behandelt, aber nicht mit Holzschutzmitteln).

WPC-Zäune

Da WPC ein Verbundwerkstoff aus Holzfasern und Kunststoff ist, lässt er sich nicht so leicht trennen und ist daher schwieriger zu recyceln als reines Holz. Die Entsorgung erfolgt meist über den Restmüll oder als Gewerbeabfall/Sperrmüll, wobei die regionalen Vorschriften für die Annahme von Verbundwerkstoffen beachtet werden müssen. Hinzu kommen Pfosten aus Aluminium, die seperat entsorgt werden müssen.

Übersicht: WPC vs. Holz in der Vergleichstabelle

Kriterium WPC Zaun Holzzaun
Anschaffung
Meist höher
Meist niedriger (je nach Holzart)
Pflegeaufwand
Sehr gering (nur Reinigung)
Hoch (regelmäßiges Streichen/Ölen)
Langlebigkeit
Sehr hoch (20–30 Jahre möglich)
Abhängig von Holzart, mit Pflege bis zu 25 Jahre
Widerstandsfähigkeit
Resistent (gegen Fäulnis, Insekten)
Anfällig (ohne intensiven Schutz)
Splitter-Gefahr
Keine
Ja, besonders bei älterem Holz
Vergrauung
Minimale Farbveränderung möglich
Starke Vergrauung ohne Schutz notwendig
Kombinierbarkeit
Hoch
Gering, da wenig Zubehör

Fazit: Welcher Zaun passt zu Ihnen?

Die richtige Wahl hängt von Ihren persönlichen Präferenzen und Ihrem Budget für Zeit und Geld ab:

Wählen Sie WPC, wenn Sie eine moderne, gleichmäßige Optik wünschen und den Zaun nach der Montage vergessen möchten. Die anfänglich höheren Kosten werden durch die eingesparte Arbeitszeit und die Langlebigkeit kompensiert. Ideal für vielbeschäftigte Gartenbesitzer.

Wählen Sie Holz, wenn Sie die unschlagbare, warme Ästhetik eines Naturmaterials schätzen, der Geruch und die Haptik für Sie wichtig sind und Sie Spaß an der Gartenpflege haben.

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