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Der Ultimative WPC-Zaun Ratgeber: Alles zu Material, Vorteilen, Kauf und Montage

WPC-Zäune (Wood-Plastic-Composite) haben sich in den letzten Jahren zum modernen Standard für Sichtschutz und Gartengestaltung entwickelt. Sie vereinen die warme Ästhetik von Holz mit der Pflegeleichtigkeit von Kunststoff. Doch was steckt wirklich hinter dem Material? Und worauf müssen Sie bei Kauf und Installation achten?

Was ist WPC? Das Material im Detail

WPC steht für Wood-Plastic-Composite und beschreibt einen Verbundwerkstoff, der in der Regel zu 50 % bis 90 % aus Naturfasern (meist Holzfasern oder Bambus) und dem Rest aus Kunststoff (häufig Polyethylen oder Polypropylen) sowie verschiedenen Additiven besteht.

Komponente Anteil Funktion
Holzfasern
50 % – 70 %
Natürliche Optik, Haptik und Stabilität.
Kunststoff
20 % – 40 %
Witterungsbeständigkeit, Feuchtigkeitsresistenz.
Additive
10 %
UV-Schutz, Farbpigmente, Bindemittel, Fungizide

Ein erster Blick verrät bereits, ein WPC-Zaun kombiniert viele positive Eigenschaften von Holz- und Kunststoffzäunen in einem. Auf die Vorteile gehen wir nun im einzelnen ein.

Die größten Vorteile von WPC gegenüber Holz und anderen Materialien

Die Kombination der Materialien macht WPC zu einem idealen Werkstoff für den Außenbereich:

Langlebig und Witterungsbeständig

Im Gegensatz zu reinem Holz verrottet WPC nicht. Es ist extrem resistent gegen Feuchtigkeit, Schimmel und Insektenbefall. Ein hochwertiger WPC-Zaun hält bei richtiger Pflege 15 bis 25 Jahre.

Kein Streichen, Ölen oder Lasieren

Der größte Zeit- und Kostenfaktor bei Holzzäunen entfällt komplett. WPC-Zäune müssen nicht regelmäßig gestrichen oder geölt werden. Eine einfache Reinigung mit Wasser genügt meist.

Splitterfrei und barfußfreundlich

Da die Holzfasern fest in den Kunststoff eingebettet sind, ist die Oberfläche von WPC splitterfrei. Das macht das Material besonders sicher für Haushalte mit Kindern und Haustieren.

Hohe Farbstabilität

Durch UV-Schutz-Additive verblassen die Farbpigmente langsamer als bei Holz. Eine leichte Erstveränderung („Vergrauung“) ist in den ersten Monaten üblich, danach stabilisiert sich die Farbe jedoch.

Formstark

WPC-Zaun verzieht sich bei starken Temperaturschwankungen nicht. Besonders im Sommer können sich Holzzäune so stark ausdehnen, dass sie sich verformen.

Schallschutz

WPC-Elemente haben oft ein höheres Gewicht als reine Kunststoffzäune und können dadurch besser Schall dämpfen.

Unseren ausführlichen Ratgeber zu diesem Thema finden sie hier ->

Die Nachteile von WPC

Nachteil Erklärung & Tipp
Preis
WPC ist in der Anschaffung teurer als einfacher Holzsichtschutz. Die höheren Anfangskosten werden jedoch durch die eingesparten Pflegekosten über die Jahre oft kompensiert. Beim WPC gibt es viele schwarze Schafe im Internet, die minderwertiges Material verkaufen, informieren sie sich über die Herkunft des Materials
Ausdehnung
WPC arbeitet stark bei Temperaturwechseln. Planen Sie beim Aufbau immer Dehnungsfugen ein. Hochwertige Hersteller geben hier genaue Hinweise. In den meisten Fällen wird der Pfosten so gesetzt, dass 1-2mm Platz ist.
Hitzebeständigkeit
Die Oberfläche kann sich bei starker Sonneneinstrahlung stark aufheizen. Da gibt es leider keinen Tipp gegen.
Recycling
Obwohl viele Hersteller recyceltes Material verwenden, ist die spätere Trennung der Holz-Kunststoff-Verbindung technisch aufwendig.
Reperaturen
Beschädigte Lamellen lassen sich nicht einfach schleifen oder ausbessern wie Holz. Meist ist ein Austausch nötig. Kaufen sie im Fachhandel, damit die Ware schnellstmöglich lieferbar ist.
Farbveränderungen
Auch wenn WPC UV-beständiger ist als Holz, kann es besonders in den ersten Monaten etwas ausbleichen. Hier können wir empfehlen WPC von einem renommierten Fachhändler zu erwerben.

Was vor dem Bau eines WPC-Zauns zu prüfen ist

Bevor Sie mit der Bestellung und Montage beginnen, sind einige rechtliche und planerische Aspekte zwingend zu klären. Prüfen Sie zunächst die lokalen Bauvorschriften Ihrer Gemeinde und die Regelungen in Ihrem Bebauungsplan bezüglich der maximal zulässigen Zaunhöhe und der vorgeschriebenen Abstände zum Nachbargrundstück. In vielen Fällen sind Sichtschutzzäune ab einer bestimmten Höhe genehmigungspflichtig. Einen detaillierten Ratgeber finden sie hier.

Wichtig ist auch die Einhaltung der Grundstücksgrenze; idealerweise sollte der Zaun auf dem eigenen Grund und Boden errichtet werden. Klären Sie zudem unbedingt die Lage von Versorgungsleitungen (Strom, Wasser, Gas) im Boden, bevor Sie mit den Tiefbauarbeiten für die Fundamente beginnen, um Beschädigungen zu vermeiden. Erst nach Klärung dieser Punkte kann die finale Materialplanung erfolgen.

Kaufberatung: Auswahl des richtigen Anbieters

Die Qualität eines WPC-Zauns beginnt bei der Auswahl der Komponenten. Achten Sie auf die Herkunft des Materials: Während europäische oder nordamerikanische Hersteller oft höhere Standards bei der Materialzusammensetzung (z.B. schadstofffreie Additive und gleichmäßige Mischung) garantieren, können asiatische Importe günstiger sein, aber Qualitätsunterschiede aufweisen. Oftmals wird WPC auch von Discountern angeboten, welche ihr Material aus dem asiatischen Raum beziehen.

Überlegen Sie, ob Sie ein Komplett-Set oder Einzelteile kaufen möchten. Sets sind bequem, da alle benötigten Schrauben und Zubehörteile enthalten sind, bieten aber weniger Flexibilität bei individuellen Maßen oder der Kombination verschiedener Materialien. Viele Anbieter locken mit günstigen Preisen, welche aber meistens nur das reine Füllmaterial umfassen, aber keine Pfosten und Befestigungsmaterial.

Unabhängig vom Set-Kauf ist die Qualität der Pfosten entscheidend. Da die Pfosten die gesamte Last tragen und im Boden verankert werden, sollten sie aus hochfestem, korrosionsbeständigem Material (meist Aluminium ) bestehen und mit stabilen Kappen oder Halterungen versehen sein, um eine langlebige und sichere Konstruktion zu gewährleisten.

Der Materialbedarf: Was ist zu beachten

Wer kein Komplettpaket beziehen möchte, kann sich sein Material auch eigenständig zusammenstellen. Die folgenden Aspekte sind zu beachten:

Die korrekte Berechnung des Materialbedarfs ist entscheidend, um Verschnitt zu minimieren und eine stabile Konstruktion zu gewährleisten. Der wichtigste Aspekt ist die standardisierte Breite der meisten WPC-Zaunelemente, die in der Regel 180 cm bis 200 cm beträgt. Planen Sie Ihre Zaunlänge daher in diesen Abschnitten. Die Anzahl der benötigten Zaunfelder ergibt sich aus der Gesamtlänge geteilt durch die Elementbreite.

Vergessen Sie nicht, die Pfosten und deren Dicke sowie die notwendige Dehnungsfuge zwischen Pfosten und Zaunelementen in die Gesamtkalkulation einzubeziehen. Ein häufiger Fehler ist die Vernachlässigung des Anfangspfostens: Für eine Zaunstrecke von N Feldern benötigen Sie N + 1 Pfosten. Bei Restlängen am Ende der Zaunlinie müssen Sie entweder ein Standardelement zuschneiden oder ein schmales Abschlusselement aus Aluminium einplanen.

Ist die Selbstmontage möglich?

Die Montage eines WPC-Zauns ist kein Hexenwerk, erfordert aber Präzision beim Setzen der Pfosten. Im Gegensatz zu Holz verzeiht WPC keine Ungenauigkeiten bei den Pfostenabständen, da das Material bei Temperaturschwankungen arbeitet.

Im Prinzip ist es aber nicht mehr als ein Setzen der Pfosten + Einsetzen der Elemente mit Nut und Feder.

WPC Zaun bei hohen Windlasten

Wenn Sie einen WPC-Zaun in einer stark windexponierten Lage planen, müssen Sie unbedingt die Herstellerangaben konsultieren. Führende Hersteller geben oft an, ob ihre Pfostensysteme für Windlastzonen 2 oder 3 (mittlere bis hohe Last) geeignet sind und welche Fundamentierung sie dafür vorschreiben.

Zudem können die Einzelelemente mit einem Alu-Kern ausgestattet werden, welcher ein biegen bei hohen Windlasten verhindert.

Grundsätzlich können WPC-Zäune aber allen Windlasten standhalten.

Pflege und Reinigung von WPC-Zäunen

Der größte Vorteil von WPC ist die Wartungsfreiheit in Bezug auf Streichen oder Ölen. Trotzdem benötigen WPC-Zäune eine minimale Pflege, um dauerhaft schön zu bleiben. Eine jährliche Grundreinigung mit lauwarmem Wasser und einer milden Seifenlösung entfernt oberflächlichen Schmutz, Staub und leichte Biofilme. Bei hartnäckigeren Flecken, wie etwa Fett oder Rotwein, sollten spezielle, vom Hersteller empfohlene WPC-Reiniger zum Einsatz kommen.

Ein Hochdruckreiniger kann genutzt werden, allerdings nur mit geringem Druck (maximal 80 bar) und ausreichend Abstand (ca. 30 cm), um die Oberfläche nicht aufzurauen. Lassen Sie keine Staunässe in Hohlkammerprofilen oder an den Pfostenkappen zu.

Kombination mit Gabionen, Glas und Metall

WPC-Zäune werden sehr gerne mit Glaselementen und Gabionen verbunden. Dabei werden abwechselnd WPC-Elemente und andere Elemente gesetzt.

Wie geht das? Natürlich gibt es Unterschiede zwischen den einzelnen Herstellern, jedoch ist es in fast allen Fällen so, dass Aluminium-Leisten vorhanden sind, welche beliebig befestigt werden können an Gabionen, Hauswänden etc. und die WPC-Elemente nachher, ähnlich wie bei normalen Pfosten, einfach eingelassen werden in diese.

Kosten und Preiskalkulation: Damit ist zu rechnen

Der Preis pro laufendem Meter (lfm) hängt direkt von der Bauweise des Zaunelements ab.

  • Einfache Profile (Innen hohl) kosten ca. 70 € – 120 €/lfm und sind die günstigste Variante, bieten aber weniger Stabilität.

  • Stabile Profile (massiv) kosten ca. 130 € – 200 €/lfm und sind aufgrund des höheren Materialeinsatzes stabiler und langlebiger.

  • Premium-Profile (mit extra Schutzschicht) sind am teuersten (bis zu 350 €/lfm), bieten dafür aber den besten Schutz gegen Flecken und Verblassen.

Unabhängig davon kosten die tragenden Pfosten zusätzlich ca. 40 € – 80 € pro Stück.

Spartipps für ihren WPC-Zaun

Um die Investitionskosten für Ihren WPC-Zaun zu senken, ohne die Langlebigkeit zu gefährden, sollten Sie strategisch planen. Ein wichtiger Tipp ist die optimale Längenplanung: Da WPC-Zaunfelder oft eine Standardbreite von 180 cm oder 200 cm haben, versuchen Sie, Ihre Zaunlinie in exakten Vielfachen dieser Breite zu planen. So vermeiden Sie teuren Verschnitt.

Achten Sie auf Komplett-Sets, da diese oft Pfosten, Profile und Befestigungsmaterial zu einem günstigeren Gesamtpreis bündeln als der Einzelkauf. Besonders preiswert wird es am Saisonende oder beim Kauf von Auslaufmodellen bei etablierten Händlern. Sparen Sie aber nicht an der falschen Stelle: Investieren Sie lieber in hochwertige Pfostenanker und stabile Zaunprofile (massiv statt einfach), da deren Austausch später deutlich teurer wäre als die anfängliche Mehrinvestition.

  • Komplett-Set statt Einzelteile
  • Im Winter sind Anbieter weitaus offener für Rabatte bei einer Anfrage
  • Kombination mit günstigen Zwischenelemente wie Hecken, Doppelstabmattenzaun, Gabionen etc.
  • Montage in Eigenleistung
  • Kaufen sie keinen Beton beim WPC-Fachhandel, sondern im Baumarkt oder Betonwerk
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