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Der große Gabionen Ratgeber – Von der Planung bis zur Umsetzung

Eine Gabione ist eine schöne und moderne Art ihr Grundstück einzuzäunen. In diesem Ratgeber stellen wir ihnen alle Punkte vor, die sie vor der Umsetzung unbedingt beachten müssen.

Genehmigung und Bauvorschriften

Bevor Sie mit dem Bau Ihres Gabionenzauns beginnen, müssen zwingend die regionalen Bauvorschriften und das Nachbarrecht geprüft (einen Ratgeber finden sie hier) werden, da Gabionen aufgrund ihrer Masse und Höhe in vielen Bundesländern oder Kommunen als bauanzeigepflichtige Anlagen gelten können. In unserem unfassenden Ratgeber finden sie mehr.

Insbesondere die zulässige Höhe an der Grundstücksgrenze sowie der notwendige Abstand zum Nachbargrundstück sind kritische Faktoren, die in der jeweiligen Landesbauordnung oder dem Bebauungsplan festgelegt sind. Ignorieren Sie diese Vorschriften, kann die zuständige Baubehörde den Rückbau fordern; eine vorherige Klärung mit dem Bauamt oder dem Nachbarn schafft Rechtssicherheit

Tipp: Achten Sie darauf, dass Ihr Gabionenzaun die ortsübliche Einfriedung nicht unangemessen überragt oder optisch stört. Gleichzeitig bedeutet dies jedoch auch, dass es sehr wahrscheinlich ist, dass sie Gabionen errichten dürfen, wenn ihr Nachbar auch welche hat.

Lärmschutz und Schallabsorption: Wie effektiv ist ein Gabionenzaun?

Eine der größten Stärken des Gabionenzauns liegt in seiner Funktion als effektive Lärmschutzwand. Die hohe Wirksamkeit basiert auf zwei physikalischen Prinzipien: Erstens bietet die enorme Masse der Steinfüllung eine hervorragende Schalldämmung (Abschirmung). Die Steinwand blockiert den direkten Schallweg und reduziert die übertragenen Dezibel-Werte.

Zweitens führt die poröse Struktur der Stein-Luft-Mischung innerhalb des Korbes zu einer gewissen Schallabsorption und Streuung. Die Lärmwellen werden nicht nur reflektiert, sondern auch in den Hohlräumen gebrochen. Für optimalen Schutz gegen Verkehrslärm oder andere störende Geräusche sollte die Gabionenwand jedoch eine ausreichende Höhe und Tiefe aufweisen, um eine effektive Schallschattenzone zu erzeugen.

Unterschied: Gabionenkorb und Gabionenzaun

Die beiden Begriffe werden häufig miteinander verwendet, obwohl die Bedeutung eigentlich nicht gleich ist. Mit einem Gabionenkorb sind fest verschweißte Körbe gemeint, die keine Pfosten benötigen an den Seiten.

Gabionenzaun hingegen besteht immer aus 3 Teilen: Doppelstabmatten, Gabionenpfosten und Distanzhalter. Bei der Montage werden diese dann zusammengesteckt. Oft auch Steck-Gabione genannt.

Gabionenkorb oder Gabionenzaun?

Beide Varianten sind gleich stabil, wodurch einige Faktoren berücksichtigt werden müssen, die für jeden Kunden individuell ins Gewicht fallen:

  • Steck-Gabionen sind günstiger als fest verschweißte Körbe
  • Durch die Doppelstabmatten sind Steck-Gabionen bei der Montage weitaus flexibler. Sie können beispielsweise beliebig gekürzt werden, wenn man ein Spezialmaß braucht
  • Steck-Gabionen können ohne Lücke hintereinander gestellt werden, um eine Mauer zu erzäugen. Dies klappt jedoch nur bei Gabionenpfosten. C-Profile werden auch einfach hintereinander gestellt.
  • Die Seitenteile der Steck-Gabionen werden häufig als nicht so schön angesehen. Gabionenkörbe haben dieses Problem nicht.

Gabionen ausmessen: So ermitteln Sie den genauen Bedarf

Hier können sie fast nichts falsch machen. Selbst wenn sie sich vermessen können Steck-Gabionen beliebig gekürzt werden. Lediglich bei Gabionenkörben müssen sie ein wenig vorsichtiger sein, da man wenig Platz für Korrektur hat.

Nur Gefälle muss mit Vorsicht betrachtet werden. Gabionen müssen immer gerade stehen. Dementsprechend müsste der Untergrund dann bei der Montage angeglichen werden. Konkret würde die Gabione in den meisten Fällen am unteren Ende ein Stück eingegraben werden.

Anforderungen an den Untergrund für eine Gabione

Die Langlebigkeit und Standfestigkeit Ihres Gabionenzauns hängt maßgeblich von einem geeigneten Untergrund ab. Die primäre Anforderung ist ein frostfreier, tragfähiger und verdichteter Boden.

Sollte ihr Boden diese Anforderungen nicht erfüllen, muss vor der Montage der Boden verdichtet oder ein Streifenfundament gegossen werden. Warum? Die Steine im inneren der Gabione sacken sonst ab und biegen die Gabionen nach unten – sieht eher bescheiden aus können wir ihnen sagen 🙁

Eine weitere Möglichkeit ist ein Fundament aus Schotter. Bei einem Fundament aus Schotter wird der Graben ca. 40-60 cm tief ausgehoben, das Erdreich verdichtet und anschließend lagenweise Schotter eingefüllt und ebenfalls verdichtet, um Hohlräume zu minimieren und eine ebene Oberfläche zu schaffen.

Wie schwer können Gabionen sein?

Warum ein tragfähiger Untergrund so wichtig ist, zeigt die nachfolgende Tabelle in der einzelne Beispiele bei einer normalen Füllung aus Bruchstein angewendet wurde: 

Abmessungen ( L x T x H ) Volumen (m3) Gewicht (bei 1,7t/m3) Gewicht (Tonnen)
100 cm x 20 cm x 100 cm
0,20
340kg
0,34
Abmessungen ( L x T x H ) Volumen (m3) Gewicht (bei 1,7t/m3) Gewicht (Tonnen)
250 cm x 20 cm x 180 cm
0,90
1530kg
1,53kg

Besonders die zweite Tabelle ist ein Standardmaß mit unseren C-Profilen. Hier sehen sie das enorme Gewicht der Gabionen und die Last auf den Untergrund. Mit Alternativen Füllungen wie Holz, Glas oder Porzellan, sind natürlich große Schwankungen möglich.

Ist die Selbstmontage möglich?

Die Montage eines Gabionenzauns ist für versierte Heimwerker mit der richtigen Anleitung und den passenden Werkzeugen sehr gut machbar. Im Gegensatz zu gemauerten Wänden erfordert die Errichtung keine speziellen Maurerkenntnisse.

Im Prinzip betonieren sie zwei Pfosten gerade ein. Bei Steck-Gabionen müssen sie im Anschluss noch die Matten und Abstandshalter einhängen, aber dies ist einfach machbar. Gabionenkörbe werden einfach nur aufgestellt. Das befüllen ist eine Fleißbarbeit, hier geht es zu unserem Ratgeber.

Die Anschaffung - Was gibt es zu beachten?

Folgende Punkte gibt es zu beachten:

  • Distanzhalter: Vergessen sie bei Steck-Gabionen die Distanzhalter nicht, um ein ausbeulen zu vermeiden.
  • Verzinkung: Achten sie darauf bei einem seriösen Anbieter zu kaufen, um Fehler beim verzinken zu vermeiden und ein Rosten zu vermeiden.
  • Drahtstärke: Besonders bei Gabionen über 140cm Höhe, empfehlen wir zu 8/6/8 Gabionen zu greifen. Bei kleinen Gabionen reichen auch die dünneren Drähte, da die Distanzhalter die meiste Arbeit übernehmen.
  • Größe der Steine: Die Steine müssen größer sein als die Maschen breit sind. Beispiel: Bei einer 20x5cm Maschenbreit sollten ihre Steine mindestens eine 60er Körnung haben.
  • Online-Kauf: So gut wie jeder Anbieter bietet Komplettpakete. Hier müssen sie nur noch Beton dazu kaufen für die Montage.
  • Steine: Der Online-Kauf ist meistens weitaus teurer, da Steine schwer sind und dadurch hohe Transportkosten verursachen. Fragen sie mal bei einem Steinbruch in der Nähe.
  • Beton sollte auch im Baumarkt gekauft werden, dort bekommen sie einen 25kg Sack für knapp 3,50. Im Netz bezahlen sie häufig das fünffache.

Die Wahl der Gabionensteine: Optik, Körnung und Material

Die Füllung ist das Herzstück Ihres Gabionenzauns und bestimmt maßgeblich die Optik und die Kosten. Die Wahl des Materials muss dabei sowohl ästhetischen als auch technischen Anforderungen genügen:

  • Körnung (Größe): Die Steine müssen mindestens 1,5-mal größer sein als die Maschenweite des Drahtkorbes.

  • Haltbarkeit und Witterung: Wählen Sie frost- und witterungsbeständige Steine, die über Jahre hinweg ihre Form und Farbe behalten. Gängige und robuste Sorten sind:

    • Basalt/Granit: Sehr hart, langlebig, oft dunkelgrau bis schwarz. Ideal für eine moderne, kühle Optik.

    • Kalkstein (z. B. Jura): Hellere, freundlichere Farben (beige, gelblich). Wichtig: Kann an schattigen, feuchten Stellen leichter Moos und Algen ansetzen.

    • Marmor (z. B. Icy Blue): Sehr edel, oft in Weiß-, Grau- oder Blautönen. Kann empfindlicher auf sauren Regen reagieren.

  • Farbwirkung: Bedenken Sie, dass Steine in nassem Zustand (nach Regen) deutlich dunkler und intensiver in der Farbe wirken als im trockenen Zustand. Bestellen Sie vorab immer Mustersteine, um die Farbe in Ihrem Garten und im Tageslicht zu beurteilen.

  • Besondere Akzente: Für individuelle Designs können Sie auch Glasschotter (Glasbrocken) verwenden. Diese werden oft in Teilbereichen oder in Kombination mit LED-Beleuchtung eingesetzt, um leuchtende Akzente zu setzen.

Tipp: Man kann Steinsorten auch mischen. Das macht fast niemand und kann wirklich super aussehen.

Die Montage der Gabionen

Der Aufbau eines Gabionenzauns lässt sich in drei Hauptschritte unterteilen. Der wichtigste Aspekt ist die gerade Ausrichtung der Gabionen.

  1. Fundament setzen: Nachdem der Untergrund vorbereitet ist, müssen die Fundamente (Streifen- oder Punktfundament) erstellt und die Pfosten oder Stützen exakt senkrecht darin ausgerichtet und einbetoniert werden. Nur eine korrekte Verankerung garantiert die Standsicherheit gegen Wind und Erddruck.

  2. Körbe montieren: Die Gabionen werden auf dem Fundament aufgestellt, gemäß Herstellerangaben verbunden und mit Distanzhaltern versehen (eingeschweißt bei Körben). Die Distanzhalter verhindern, dass die Gitterwände beim Befüllen nach außen ausbeulen.

  3. Befüllung: Die Steine werden schichtweise in die Körbe gefüllt. Achten Sie darauf, die Steine an den Außenseiten der Gitter von Hand zu schichten (als Sichtmauerwerk), um ein ordentliches, lückenfreies Erscheinungsbild zu erzielen. Bitte 1,5cm höher montieren als Gabionenhöhe, da diese ein wenig absinken.

  4. Optional: Die oberste Abdeckung wird montiert und gesichert.

Tipp: Da der korrekte Aufbau des Fundaments und die schichtweise Befüllung entscheidend sind, empfehlen wir Ihnen, für eine detaillierte, bebilderte Schritt-für-Schritt-Anleitung die Montageanleitung Ihres Herstellers oder spezialisierte Video-Tutorials zu konsultieren.

Was gibt es beim Befüllen zu beachten?

Passen sie darauf auf, dass die Steine Schicht für Schicht eingefüllt werden. Vermeiden sie eine Haufenbildung an einer Seite der Gabione, um ein Verbiegen zu vermeiden.

Zudem können pulverbeschichtete Gabionen beim einwerfen leicht zerkratzt werden. Haben sie hier also besondere Vorsicht.

Wie kann ich meine Gabione anschließen an andere Elemente?

Häufig werden Gabionen mit weiteren, auflockernden Elementen verbunden. Dafür muss ein Anschluss geschaffen werden. Dieser ist je nach Gabione unterschiedlich: Das wichtigste:

Gabionenpfosten: Seitliche Befestigung von Zaunanschlusswinkeln, Zaunanschlussleisten oder anderen Leisten (z.B bei WPC Alu-Leiste).

C-Profile: Seitliche Befestigung von Zaunanschlusswinkeln, Zaunanschlussleisten oder anderen Leisten (z.B bei WPC Alu-Leiste).

Gabionenkörbe: Fest verschweißte Anschlussleisten (auf Anfrage beim Hersteller) für Sichtschutzwände. Mattenverbinder für Doppelstabmattenzaun.

Auch Holzelemente können nach dem selben Prinzip verbunden werden. Ebenso ist ein Bepflanzen problemlos möglich.

Kosten und Preiskalkulation: Damit ist zu rechnen

Die Gesamtkosten für einen Gabionenzaun setzen sich hauptsächlich aus drei Komponenten zusammen: den Körben, der Steinfüllung und den Aufbaukosten. Da die Preise stark von der Qualität der Körbe und der gewählten Steinsorte abhängen, variiert der Preis pro laufendem Meter stark.

  • Gitterkörbe & Zubehör (ca. 20–30 % der Kosten):

    • Qualität: Hochwertige, dickdrähtige u Körbe sind teurer, bieten aber eine wesentlich längere Lebensdauer.

    • Abmessungen: Schmale Körbe können sie an Füllung sparen lassen. Es gibt 120mm Gabionenpfosten.

  • Steinfüllung (ca. 40–60 % der Kosten):

    • Steinsorte: Preiswerte Bruchsteine (z. B. Kalkstein) sind günstiger als Premium-Materialien wie Quarzit oder Granit.

    • Logistik: Beachten Sie die hohen Transportkosten für die schwere Steinfüllung, die oft pauschal berechnet werden. Deswegen im besten Fall lokal  kaufen.

  • Fundament & Aufbau (ca. 10–40 % der Kosten):

    • DIY vs. Fachbetrieb: Die Selbstmontage (DIY) ist die größte Sparmöglichkeit. Bei Beauftragung eines GaLaBau-Betriebs müssen Sie mit Arbeitskosten für Fundamentierung und Aufbau rechnen.

Faustregel für die Preiskalkulation:

Rechnen Sie bei einer Standardhöhe von 100cm und 20cm Tiefe mit Kosten zwischen 120 € und 250 € pro laufendem Meter bei mittlerer Steinsorte und Selbstmontage. Abweichungen nach oben sind bei Premiumsteinen oder sehr hohen, breiten Wänden möglich.

Tipp zum Sparen: Günstiger Füllstein kann im hinteren Bereich des Korbes genutzt werden, während nur die Sichtseiten mit hochwertigeren, teureren Steinen belegt werden.

Die Pflege der Gabionen

Gabionenzäune benötigen im Normalfall keine regelmäßige Pflege und verlieren auch über die Jahre nicht an Qualität. Die optionale Pulverbeschichtung kann auch bei hohen UV-Belastungen problemlos über Jahrzehnte gut aussehen.

Die Steine können sogar optional mit dem Hochdruckreiniger gereinigt werden wenn sich Algen oder Moos bilden.

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